Schon 1986 wurde in Schleswig-Holstein differenziert über die Energiepolitik diskutiert

„Die Junge UNION Schleswig-Holstein spricht sich für eine verstärkte Förderung der Windenergie aus. Sie sieht insbesondere  die Möglichkeiten des Einsatzes von Kleinwindanlagen durch Privatpersonen als noch nicht ausgeschöpft an. Hier wird den potentiellen Betreibern durch einen Wust an Verord­nungen der wirtschaftliche Spielraum genommen. Gerade auf dem Gebiet (z. B. Einsatz auf landwirt­schaftlichen Betrieben) stellt die Windenergie jedoch eine echte Alternative zu den fossilen Energieträgern dar.

Der Reaktorunfall von Tschernobyl (UdSSR) und seine Folgen hat in den letzten Wochen die öffentliche Diskussion beherrscht. Dabei hat sich die CDU vielstimmig und uneinig geäußert, und es ist der prägende Eindruck entstanden, die CDU setze nach wie vor voll auf die Kernenergie und trage damit der allgemeinen Verunsicherung und Sensibilisierung in der Bevölkerung kaum Rechnung.

Die JUNGE UNION Schleswig-Holstein fordert die CDU auf, sich differenzierte und konsequenter in eine Energiediskussion einzuschalten, die insbesondere auch auf die Möglichkeiten regenerierbarer Energiequellen eingeht. Nur dieser Weg biete offensichtlich die Möglichkeit in den Bundes- und Landtagswahlkampf nicht mit dem Image einer „Atompartei“ zu gehen.

Deswegen fordert die JUNGE UNION:

  • erneute Kontrolle der Sicherheitssysteme aller bundesdeutschen Reaktoren
  • internationale Vereinheitlichung der Sicherheitssysteme auf dem höchsten Niveau
  • ständige Überwachung der Radioaktivität und Veröffentlichung der genauen Messwerte
  • Verbesserung alter Filteranlagen in Kohlekraftwerken, um in Zukunft Kohle ohne Umweltbelastung verstärkt zu nutzen
  • Förderung anderer Energiegewinnungsformen (Wind, Sonne, Kenfusion), um zu einem möglichst frühen Zeitpunkt auf Atomkraft auf der Grundlage der Kernspaltung verzichten zu können
  • bei einer Wiederholung eines solchen Unglücks sofortige Aufklärung der internationalen Öffentlichkeit durch den betroffenen Staat
  • umfassende und eindeutige Bürgerinformation.“

Beschluss Schleswig-Holstein-Tag
der JUNGEN UNION am 24./25. Mai 1986

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