Das Thema der Wurzelaufbrüche auf und an Radwegen beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger. Daher habe ich den Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus, Claus Ruhe Madsen, um eine Übersicht zum aktuellen Stand gebeten.
Im Bereich Giekau gibt es an der L 259 eine Pilotstrecke. Nachfolgend finden Sie die Stellungnahme des Ministers sowie Hinweise auf weiterführende Informationen und Ergebnisse:
Stellungnahme des Ministers
Im Rahmen der Arbeitsgruppe Wurzelaufbrüche beauftragte das MWVATT im Jahr 2023 den LBV.SH, verschiedene Verfahren zur Sanierung von Wurzelaufbruchschäden mittels Pilotstrecken zu erproben, zu evaluieren und zu bewerten.
Mit Unterstützung des ADFC Schleswig-Holstein entwickelte der LBV.SH in den vergangenen zwei Jahren eine praxisbezogene Handlungsempfehlung und veröffentlichte einen umfangreichen Abschlussbericht. Beide Dokumente sind öffentlich zugänglich auf der Internetseite des LBV.SH unter:
schleswig-holstein.de → LBV.SH → Presse → „LBV.SH geht Wurzelaufbrüche in Radwegen an.
Pilotstrecke Giekau (L 259)
Der Radweg an der L 259 bei Giekau im Kreis Plön wurde im Jahr 2021 auf einer Länge von etwa 4 Kilometern grundhaft erneuert.
Zum Einsatz kam dabei:
- Betonrecyclingmaterial in ungebundener Bauweise
- ein Antidurchwurzelungsvlies als vegetationstechnische Maßnahme
Die Strecke wurde als Pilotprojekt ausgewählt, da zuvor Schäden durch starke Durchwurzelung eines alten Eichenbestandes entstanden waren.
Weitere Details sind im Abschlussbericht („Monitoringprojekt: Instandsetzungsmaßnahmen von Radwegen mit Schäden durch Baumwurzeleinwuchs“, Seiten 82–84) dokumentiert.
Ergebnisse der Evaluierung
Die bisherigen Ergebnisse sind differenziert:
Positiv:
- Bei der letzten Bestandsaufnahme im Jahr 2025 wurden keine neuen Schäden durch Wurzeleinwuchsfestgestellt
- Das eingesetzte Material erfüllt damit bislang seinen Zweck zur Vermeidung neuer Wurzelaufbrüche
Herausforderungen:
- Starker Bewuchs an den Fahrbahnrändern
- Moosbildung
- Entmischung von Feinmaterial
- Bildung von Senken und Rillen
Zudem erschwert die weiterhin starke Durchwurzelung des Untergrundes eine fachgerechte Überarbeitung der Deckschicht.
Fazit
Die Pilotstrecke in Giekau zeigt: Es gibt Fortschritte bei der Vermeidung von Wurzelaufbrüchen – gleichzeitig bleiben praktische Herausforderungen bei der dauerhaften Instandhaltung bestehen.


