Viele Angebote für Senioren

Im Sozialausschuss des Landtages hat die Staatssekretärin im Sozialministerium, Silke Schiller-Tobies, umfassend zur aktuellen Seniorenpolitik berichtet. Deutlich wurde: Es gibt eine große Zahl an Angeboten und Maßnahmen, die gezielt auf die Lebenswirklichkeit älterer Menschen eingehen.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Miteinander der Generationen, der Digitalisierung, der Freizeitgestaltung, dem Kampf gegen Einsamkeit sowie auf sozialen Unterstützungsangeboten. Darüber hinaus spielen auch Mobilität, Erwerbstätigkeit über den Ruhestand hinaus und seniorengerechte Wohnangebote im sozialen Wohnungsbau eine wichtige Rolle.

Mobilität: Barrierefreiheit und ALFA als Erfolgsmodell

Gerade beim Thema Mobilität habe ich auf zwei Punkte besonders hingewiesen:
die konsequente Barrierefreiheit im öffentlichen Raum
sowie die erfolgreichen Anruf-Linien-Fahrten (ALFA) im Kreis Plön
ALFA schafft konkrete Verbesserungen im Alltag vieler älterer Menschen. Mehr als 50.000 Fahrgäste haben 2025 dieses Angebot bei uns genutzt. Das zeigt deutlich: Flexible und wohnortnahe Mobilitätsangebote werden gebraucht – und sie werden angenommen.
Seniorenpolitik bedeutet für uns, Teilhabe zu ermöglichen, Selbstständigkeit zu stärken und Einsamkeit vorzubeugen. Die Vielzahl an Maßnahmen zeigt: Wir sind auf einem guten Weg – und werden diesen konsequent weitergehen.

 

­

Soziales Pflichtjahr für Senioren? – Blödsinn!

Man kann es nur als Blödsinn bezeichnen, ein verpflichtendes soziales Jahr für Rentnerinnen und Rentner zu fordern. Diejenigen, die ein langes Arbeitsleben hinter sich haben, haben es nicht verdient, so gesehen und bewertet zu werden. Zumal ihre Rente häufig nicht komfortabel ist, die Kosten für Gesundheit, Wohnung, fürs tägliche Leben und Mobilität immer höher werden. Der Vorschlag zeigt auch nur, in welch bedenkliche Schieflage die Generationen-Debatte inzwischen kommt. Es wird völlig außer Betracht gelassen, dass diejenigen, die sich über den selbst erarbeiteten Ruhestand freuen sollten / können, viel durch ihre Arbeitskraft und Steuern dazu beigetragen haben, dass die junge Generation (Schulen, Hochschulen, KiTa) bessere Chancen hat als viele der Älteren sie hatten, auch beim Einkommen. Und dass zunehmend Rentner auch im Alter weiter Steuern zahlen müssen, ist ein Thema, was die Frage der Gerechtigkeit tatsächlich stellt. Wie auch beim Thema Erbschaftssteuer, wie CSU-Chef Markus Söder im ARD-Sommer-Interview zutreffend sagte.

Rede im Landtag, 25. Juli 2025

Seniorenpolitik muss eine stärkere Bedeutung bekommen

Mehr als 900.000 Menschen in Schleswig-Holstein sind über 60 – Tendenz steigend. Deshalb ist es wichtig, Seniorenpolitik stärker in den Mittelpunkt der politischen Arbeit zu rücken. Wir danken dem Altenparlament, den Seniorenbeiräten, Verbänden und allen Engagierten für ihren Einsatz.

Statt langer Strategiepapiere setzen wir auf konkrete Schwerpunkte: bessere gesundheitliche und pflegerische Versorgung, seniorengerechte Mobilität und Wohnen, digitale Teilhabe, generationenübergreifender Dialog und die Möglichkeit, auch im höheren Alter weiterzuarbeiten.

Seniorenpolitik betrifft viele Lebensbereiche – deshalb wollen wir gemeinsam mit dem Altenparlament und weiteren Akteuren im Sozialausschuss zu praktischen Lösungen kommen. Unser Ziel: ein selbstbestimmtes und gutes Leben im Alter für alle.

Meine beiden Reden im Landtag:

Seniorenpolitik muss eine stärkere Bedeutung bekommen

Die Seniorenpolitik wird einen stärkeren Stellenwert bekommen. Mit den Stimmen von CDU und Grünen hat der Landtag einen entsprechenden Antrag (Umdruck 20/3175) beschlossen. Wohnen, Pflege, Gesundheit, Einsamkeit, Digitalisierung sind einige Stichworte. Ich habe für die CDU-Fraktion zwei Mal gesprochen. Meine klare Aussage: Wir müssen Probleme angehen/lösen, weil es die Probleme gibt, und auch, um Radikalen den Nährboden zu entziehen.

„Das Thema Seniorenpolitik stärker auf die politische Tagesordnung zu setzen, ist gut und nötig. Älter als 60 Jahre alt sind in Schleswig-Holstein mehr als 900 000 Bürgerinnen und Bürger, Tendenz auch langfristig deutlich steigend. Wir danken dem Altenparlament, den Verbänden, den Seniorenbeiräten und allen anderen, die sich für die älteren Menschen besonders engagieren.

Wir brauchen nicht überall Strategien und lange Debatten darüber, die zudem in der Gefahr stehen, zu langfristig und zu statisch zu sein. Wichtig ist, dass wir uns auf die Schwerpunkte und konkrete Themen konzentrieren. Dies zu tun, wie es CDU und Bündnis 90 /Die Grünen wollen, liegt übrigens auch in der Kontinuität des Berichtes des Sozialministers zum Thema aus 2021.

Seniorenpolitik ist keine separate Politik für Ältere, sondern umfasst eine Reihe von Lebensbereichen und Politikfeldern. Der Einsamkeit entgegen zu wirken, den Dialog der Generationen zu fördern, keine Überforderung der Älteren bei der Digitalisierung, seniorengerechte Mobilität und Wohnungen, Sicherstellung der Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen, Rente und die Möglichkeit, auch über 65 Jahre arbeiten zu können, sind deshalb wesentliche Punkte unseres Antrages. Und natürlich hat eine gute gesundheitliche und pflegerische Versorgung im Alter eine besondere Bedeutung, denn mit dem Alter steigt das Risiko einer Erkrankung genauso wie das, auf Unterstützung und Pflege angewiesen zu sein.

Wir möchten dazu und zu weiteren Themen wie konkreten Hilfen vor Ort im Sozialausschuss unter Einbeziehung der Vertreter der älteren Generation, also zuerst dem Altenparlament, den Dialog führen und zu möglichst konkreten Ergebnissen kommen.“

Das „Graue Gold“ wird gebraucht

Über das „Graue Gold“ sprach Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen dieser Tage im ZDF. Wir haben uns vor einiger Zeit über das Thema unterhalten. Es gibt immer mehr, die beim Eintritt in das offizielle Rentenalter noch arbeiten können, wollen oder gar müssen – und vor allem auch gebraucht werden. In der Wirtschaft, in der Politik, in der Gesellschaft. Erfahrung, Kompetenz und langes wie belastbares, nachgewiesenes Engagement sind wahrlich nicht alles, aber es ist gut, wenn dies positiv aufgenommen wird. Und es gibt genug, die im höheren Alter gar nicht arbeiten müssten, aber es tun. Ein wenig Wertschätzung denen gegenüber kann nicht schaden, denn sie könnten es sich im Alter auch bequemer machen. Aber: Wer zum „Grauen Gold“ zählt, ist eben noch längst kein „altes Eisen“.

Pflegende Angehörige mehr unterstützen

Leider konnte ich an der Anhörung des Sozialausschusses zu pflegenden Angehörigen nicht immer teilnehmen, aber was ich besonders aufgenommen habe, ist, dass es vor allem darauf ankommt, die pflegenden Angehörigen im Tagesalltag zu unterstützen. Viele sind auf sich allein gestellt, benötigen mehr Unterstützung, weil auf Dauer häusliche Pflege eine tiefgreifende Veränderung bedeutet.

Anliegen der Senioren im Landeshaus beraten

Das Altenparlament gibt es seit rd. 30 Jahren in Schleswig-Holstein. Delegierte aus Verbänden treffen Beschlüsse, zu denen die Fraktionen des Landtages Stellung nehmen. Diese werden dann noch einmal diskutiert, so am 20. März 2023 im Landeshaus. Kliniken, die gesundheitliche Versorgung, Pflege, ÖPNV, Mobilität, Einsamkeit – einige wichtige Stichworte aus der 3-stündigen Beratung.

Hoffnung auf das GRAUE GOLD

Neue Töne machen die Runde: Das GRAUE GOLD. Gemeint sind die Älteren, von manchen eher als Abstellgleis gesehen. Wirtschaftsminister Claus Rude Madsen wird die Wende zugeschrieben. Er kennt das Problem: Es fehlen 180 000 Fachkräfte in Schleswig-Holstein.

Der NDR meint: Um das Potential zu heben, sollte daran gearbeitet werden, netter zu den Älteren zu sein. Das würde helfen. Auch in der Politik.

300 Euro – das ist zu wenig

Mitte Dezember 2022 sollen die Rentnerinnen und Rentner einmalig die 300 Euro Energiepauschale erhalten. Bei der Auszahlung im September waren sie von der Bundesregierung „vergessen worden“, wie es aus der SPD hieß. 300 Euro, das ist entschieden zu wenig. Es wäre ein gutes wie nötiges Zeichen der Ampel-Koalition gewesen, nach dem Versäumnis der letzten Monate jetzt ein deutlicheres Zeichen gegenüber den Älteren zu setzen. Zeit genug zur Vorbereitung war ja.